Thermoholz ist in den letzten Jahren zu einem der interessantesten Werkstoffe für Bau, Architektur und Design geworden – und das nicht ohne Grund. Es verbindet die natürliche Schönheit von Holz mit einer deutlich erhöhten Haltbarkeit und Formstabilität.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Thermoholz hergestellt wird, welche Vorteile es bietet, welche Holzarten geeignet sind und warum es als nachhaltige Alternative zu Tropenholz gilt.

Was ist Thermoholz?

Thermoholz ist Holz, das in einem speziellen thermischen Verfahren veredelt wird. Dabei werden ausgewählte Hölzer – wie Esche, Kiefer, Fichte oder Radiata Pine – bei Temperaturen von bis zu 230 °C unter Sauerstoffausschluss behandelt. Durch den Einsatz von Wasserdampf bleibt das Material geschützt, während sich die Zellstruktur dauerhaft verändert.

Langlebiger Thermoholz-Steg mit Leiter an einem Naturpool, umgeben von Schilf und grüner Landschaft.

Das Ergebnis ist ein Werkstoff, der maßhaltig, langlebig, resistent gegen Pilze und Witterung sowie optisch besonders edel ist. Je nach Ausgangsholz entstehen Bezeichnungen wie Thermo-Esche, Thermo-Kiefer, Thermo-Fichte oder Thermo-Radiata Pine – jedes mit seinen individuellen Stärken, jedoch mit den verbesserten Eigenschaften der thermischen Modifikation.

Wie wird Thermoholz hergestellt?

Herstellungsprozess von Thermoholz durch Erhitzen bei 200°C, dargestellt als Infografik."

Die Herstellung von Thermoholz erfolgt in mehreren Schritten – vollständig ohne chemische Zusätze.

  1. Trocknung
    Das Holz wird zunächst auf einen sehr niedrigen Feuchtigkeitsgehalt gebracht.
  2. Erhitzung
    Temperaturen von bis zu 230 °C unter Ausschluss von Sauerstoff, begleitet von Wasserdampf.
  3. Modifikationsphase
    Die Hitze verändert die Zellstruktur des Holzes. Zuckeranteile werden abgebaut, wodurch Pilze und Bakterien ihre Nahrungsquelle verlieren.
  4. Abkühlung & Konditionierung
    Das Holz wird langsam abgekühlt und auf eine definierte Restfeuchte eingestellt.

Die thermische Behandlung sorgt für eine dunklere, edlere Farbgebung, erhöhte Dimensionsstabilität und eine deutlich längere Lebensdauer – auch unter freiem Himmel.

 

Besonderheiten und mögliche Einschränkungen

Thermoholz ist ein Premiumprodukt mit vielen Vorteilen, hat aber auch Eigenschaften, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten:

  1. Anschaffungspreis
    höher als bei unbehandelten Hölzern
  2. Mechanische Festigkeit
    bei Nadelhölzern kann durch die Behandlung leicht reduziert sein
  3. Farbveränderung
    ohne Pflege vergraut die Oberfläche – oft als gestalterisches Element gewünscht
  4. Nicht für tragende Konstruktionen
    zugelassen (bauaufsichtliche Regelungen beachten)

Anwendungen von Thermoholz

Die Vielseitigkeit von Thermoholz macht es interessant für zahlreiche Projekte – vom privaten Hausbau bis zum öffentlichen Objekt.

Thermoholz für Fassaden      

  • Moderne, elegante Optik
  • Langlebig & wartungsarm
  • Besonders geeignet für nachhaltige Bauprojekte

Thermoholz für Terrassen      

  • Barfußfreundlich, splitterarm
  • Keine Harztaschen
  • Gute Rutschfestigkeit bei richtiger Profilierung

Thermoholz für den Innenausbau     

  • Perfekt für Feuchträume wie Bad und Sauna

  • Edle Wand- und Deckenverkleidungen

  • Möbelbau mit exklusiver Optik

Dauerhaftigkeitsklassen im Überblick

 

Pflege & Wartung von Thermoholz

Thermoholz ist pflegeleicht, erfordert aber einige Maßnahmen, um die Optik langfristig zu bewahren:

  • Reinigung: 1- 2 Mal jährlich mit Wasser und milder Seife
  • Ölen: Direkt nach der Montage und dann jährlich, um den Farbton zu erhalten
  • Vergrauung zulassen. Wer die silbergraue Patina mag, kann auf Öl verzichten, ohne die Haltbarkeit zu beeinträchtigen
  • Kein Hochdruckreiniger um die Holzoberfläche nicht zu schädigen

Thermoholz im Vergleich

EigenschaftThermoholzTropenholzUnbehandeltes
Haltbarkeit15–30 Jahre 20–35 Jahre5–15 Jahre
NachhaltigkeitSehr hochOft problematischHoch
ChemiefreiheitJaJaJa
OptikWarm, modernExotischNatürlich
PreisMittel bis hochHochNiedrig

FAQ – Häufige Fragen zu Thermoholz

Beliebt sind Esche, Kiefer, Fichte und Radiata Pine – jeweils in thermisch veredelter Form.

Je nach Holzart und Einsatzbereich bis zu 30 Jahre.

Ja, ohne Oberflächenbehandlung entwickelt sich eine silbergraue Patina – ein natürlicher Prozess.